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Buchtipps

Elin ist Mitte 50 und lebt jetzt in ihrer Praxis im Ärztehaus. Niemand darf das wissen, denn es ist allerstrengstens verboten, in seiner eigenen Praxis zu wohnen. Also kauft sie einen Schlafsessel bei Ikea und einen sehr großen Mülleimer für die Bettwäsche. 

Nun auch bei uns erhältlich: das neue Buch von Moritz Steinhilber, der quasi sein halbes Leben in Nepal verbringt. Vor Corona jedenfalls. Mit "Ke garne?" hat er nun eine Art Reiseführer vorgelegt. Ein politischer, ein mentaler und geschichtlicher Reiseführer ist es geworden, in Zeiten von Klimaschutz und Fragen nach notwendigen und überflüssigen Flugreisen ein guter Beitrag, um doch noch in ein anderes Land reisen zu können.  

Eine Geschichte um Rache - und um das Aushaltenkönnen. Wir haben ein altes Ehepaar, das auf unerklärliche Weise ums Leben gekommen ist und einen Ermittler, dessen Biografie überhaupt nicht zu dem passt, was man sich unter dem Lebenslauf eines Polizisten vorstellt. Zum Helden geworden muss er untertauchen und wird dann in den schlimmsten Fall seiner Karriere verwickelt.  Was das Buch besonders macht: die Sprache und das hinter allem mitlaufende Gesellschaftsbild des modernen und verwundeten Spanien. Teils tatsächlich mehr Roman als Krimi. Hochspannend. Sehr sehr gut.

In Emilios Welt gibt es Müll, Gangs, Hunger, Armut - und eine Mauer, die sein Land vom Land der Reichen trennt. Er selbst hat sich einen Chip implantieren lassen, mit dessen Hilfe die Reichen, die seinen Kanal abonniert haben, durch seine Augen jeden seiner Schritte sehen können. Seine rasanten Kletterpartien ebenso wie seinen unverschuldeten Konflikt mit einem der Gang-Anführer. Ab jetzt ist er auf der Flucht ... aber nicht nur vor den Gangs... Extrem spannend, extrem gut (ab 12 etwa).

Wir waren schon im letzten Sommer total begeistert von diesem Buch - und wir sind es immer noch. Es ist weise, witzig, rasant und tiefgründig, das perfekte Buch für den ersten langen Sonnennachmittag auf dem Balkon (oder am geöffneten Fenster, das geht natürlich auch). Ein kühles Glas Chardonnay könnte eine gelungene Ergänzung dazu sein. 

Eine Politikerin scheitert mit einer Gesetzesänderung zur Prävention bei häuslicher Gewalt, während ihr Ehemann als Kinderarzt genau so einen Fall in seiner Ambulanz behandeln muss. Ein kleiner Junge stirbt, und wenige Stunden später wird der Vater, der sein Kind ins Krankenhaus gebracht hat, ermordet aufgefunden. Im selben Krankenhaus. Eine der Ärztinnen hat sonderbar reagiert gehabt auf den Mann - und dann geschieht ein weiterer Mord. Aber auch dieses Opfer war eine Täterin.... hochspannend. Und hallt sehr lange nach.

Eine Liebesgeschichte, wie wir sie noch nie im Laden hatten. Callie hat sich nach dem Tod ihrer Freundin vom Leben zurückgezogen und Joel versucht Nacht für Nacht, nicht einzuschlafen, weil der Dinge träumt, die anderen zustoßen werden. Seit er klein war, hat er diese Gabe, die für ihn jedoch ein Fluch ist. Er gilt als wunderlich, unberechenbar und schwer zu ertragen. Wer würde einen Mann nicht seltsam finden, der zum Flughafen rast und seinen Bruder und dessen Familie bekniet, nicht in diesen Flieger zu steigen? Ihnen aber nicht sagen kann, warum sie das nicht tun sollen?

Kann man einfach in den falschen Zug steigen und mit dem richtigen Mann zuhause ankommen? Ja! -  Oder? Wir verraten nicht mehr, aber diese Geschichte ist nie kitschig, immer liebevoll, für alle ab 16 - und für die junggebliebenen Romantikerinnen unter uns.  

Dieses Buch ist ein Genuss. Rabenschwarzer britischer Humor trifft auf rüstige und gutsituierte Pensionärinnen und Pensionäre, die sich einmal die Woche - donnerstags - unter einem Vorwand im Puzzleraum der Seniorenresidenz treffen, um mit geklauten Cold-Case-Ermittlungsakten ein wenig Detektiv zu spielen.

Das Ende eines Familientreffens: die erwachsenen Töchter fahren mit ihren Kindern vom Hof, und noch während das Motorengeräusch zu hören ist, erschießt die Großmutter den Großvater im Lehnsessel. Als sie danach ans Fenster tritt, winkt sie den Enkeln hinterher, die Pistole hinter dem Rücken verborgen. Dann taucht sie unter ... Die Ermittlerin ist eigentlich gar nicht mit dem Fall beauftragt, kennt die Töchter der Familie jedoch aus ihrer eigenen Kindheit - und deckt im Laufe dieses immer dichter werdenden Krimis eine unfassliche Geschichte auf. Hochspannung.