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Buchtipps

Pflegemigration aus einem Blickwinkel erzählt, den man leicht aus den Augen verliert, wenn man in Deutschland lebt, oder in Italien, wie im vorliegenden Buch. "Italienische Krankheit" wird der Burnout in Rumänien genannt, weil die Frauen, die dorthin gehen (müssen) um die vielen Alten zu pflegen und zu begleiten, nur allzu häufig mit psychischen Erkrankungen wiederkommen. 

Wie konnten drei Männer spurlos verschwinden? Aus einem verschlossenen Leuchtturm mitten im Meer? Wie können die Ehefrauen und die Kinder damit leben, dass auch nach 20 Jahren noch jede Spur von den Männern und Vätern fehlt? Basierend auf einem wahren Ereignis erzählt Emma Stonex unverwechselbar ihre Version der Ereignisse. Beim Lesen spürt man das Beben dieses Metallkolosses mitten im turmhohen Wellengang und hört die Stimmen der Geister (oder sind es die eigenen Gedanken im Kopf?)

(Eingeweihte wissen sofort, was sie erwartet - alle anderen müssen leider zurück auf Los und erst einmal Band 1 lesen)

Peter Prange macht's möglich: Auf Buchseiten eintauchen in die noch gar nicht so lang zurückliegende Kinogeschichte in Deutschland. UFA, Traumpalast, im Bann der Bilder - der Klappentext steht hier tatsächlich für sich. Leseempfehlung!

Sie hat eigentlich nichts am Hut mit Booten, ihr verstorbener Freund Ben aber umso mehr. Dennoch richtet sie das Boot her, das er für seine Segeltour ausgesucht hat, und sie folgt seinem Logbuch, das er für diese Reise im Vorhinein geschrieben hat. Unsentimental - trotz einer zarten Liebesgeschichte - und wunderschön erzählt. Spürbar weiß die Autorin, worüber sie schreibt, denn auch sie ist Seglerin und nimmt uns beim Erzählen tatsächlich mit an Bord. Fast kann man beim Lesen den Wellengang spüren ... auf jeden Fall aber die Sonne und den Wind. 

Zwei sehr ungleiche Bekannte (Freunde wäre zu viel gesagt) machen sich zusammen auf die Reise zu einem fernen Ort, an dem die geheimsten Wünsche in Erfüllung gehen. Das blinde Huhn ist gelinde gesagt ein echter Kotzbrocken, die lahme Ente ein professioneller Hypochonder. Sie ergänzen einander, sie streiten miteinander, sie nähern sich einander an - und die Pointe ist so schön und so vorhersehbar und unvorhersehbar zugleich - ich war total begeistert.  Ein Kinderbuch? Ja, einerseits. Aber auch ein Buch für alle und für einen selbst. (Pia Ziefle)

Eine 17-jährige, ihr bester Freund (ehemalige große Liebe), ihre neue große Liebe (ehemalige beste Freundin) und ein Banküberfall. So beginnt diese Geschichte, die als Thriller startet (oder als kurzer Anriss einer Liebesgeschichte) und in Themen endet, die einem den Atem nehmen. Zwei bewaffnete Männer überfallen die örtliche Bankfiliale in genau dem Moment, als Nora, Wes und Iris ihr Geld vom Wohltätigkeitsbazar einzahlen wollen. Ein kleines Mädchen ist unter den Geiseln, wie sich herausstellt, ist sie die Tochter des Filialleiters, der taucht aber nie auf.

Sie war gehörlos und konnte in sechs Sprachen von den Lippen lesen - sie war die Schwiegermutter der Queen. Das ist, was man so weiß über Alice von Battenberg, darüber hinaus hat man vielleicht noch gehört von ihrer späteren schizophrenen Phase und langen Klinikaufenthalten.

Elin ist Mitte 50 und lebt jetzt in ihrer Praxis im Ärztehaus. Niemand darf das wissen, denn es ist allerstrengstens verboten, in seiner eigenen Praxis zu wohnen. Also kauft sie einen Schlafsessel bei Ikea und einen sehr großen Mülleimer für die Bettwäsche. 

Nun auch bei uns erhältlich: das neue Buch von Moritz Steinhilber, der quasi sein halbes Leben in Nepal verbringt. Vor Corona jedenfalls. Mit "Ke garne?" hat er nun eine Art Reiseführer vorgelegt. Ein politischer, ein mentaler und geschichtlicher Reiseführer ist es geworden, in Zeiten von Klimaschutz und Fragen nach notwendigen und überflüssigen Flugreisen ein guter Beitrag, um doch noch in ein anderes Land reisen zu können.