Geschwister
Eigentlich sollte das Buch besser "Schwestern" heißen, denn der jüngste Bruder der beiden Schwestern Andrea und Ulrika bekommt bei weitem nicht so viel Raum. Aber schon Ulrika hat weniger Platz als Andrea, die mit ihrem Organisationstalent die ganze Familie zusammenhält. Ob gefragt oder ungefragt. An anderer Stelle schrieb ich, man möchte sie das ganze Buch über aus der Geschichte ziehen, an den Ohren, um sie mit einer Tasse Tee in die Ecke zu setzen. Aber je länger man sich mit ihr befasst, umso dringlicher wird es, ihr in ihrer Ecke eine warme Decke umzulegen und ihr zu sagen "du MUSST doch nicht alles machen, nur weil es MÖGLICH ist."
Wie immer bei Mona Herngren sieht man die Szenen vor sich, und teilweise lesen sie sich wie ein Drehbuchskript - was sicher kein Zufall ist, denn sie ist ja eigentlich auch Drehbuchautorin. Wundern würde mich eine Verfilmung ganz sicher nicht, und vieles wird gar nicht ausgesprochen und wirkt daher umso länger nach, weil es im eigenen Kopf entsteht und manchmal beinahe wie eine Erinnerung wirkt und nicht wie ein Leseerlebnis. Sommerempfehlung meinerseits!