Die Unbehausten

Willa Knox ist als Journalistin nicht ausgelastet, ihr Sohn ist alleinerziehend mit einem Neugeborenen, ihr Schwiegervater großer Fan des blonden Präsdidentschaftskandidaten, den sie das gesamte Buch über "das Megafon" nennt. Zu diesem Schwiegervater ziehen sie nun, weil ihr wirklich sehr liebevoller und netter und beneidenswert unerschütterlicher Ehemann eine neue Dozentur bekommt. 
150 Jahre zuvor lebte ein anderes Paar unter ganz anderen Umständen dort, die Nachbarin eine höchst unkonventionelle alleinlebende (!) Dame, die stundenlang im Garten auf dem Boden herumliegt um herauszufinden, wie Ameisen dort klar kommen. Eines Tages muss der Ehemann hinüber zu ihr, und findet sie in einem Salon vor, mit dem Finger in einer Pflanze, die angeblich Fleisch frisst - was überprüft werden muss. Während auf dieser Zeitebene in und an der Natur geforscht wird, muss Willa in unserer Gegenwart das auseinanderfallende Haus irgendwie zusammenhalten, ihren Schwiegervater überzeugen damit er seine Medikamente nimmt (und ihm deren Finanzierung durch Obamacare besser verschweigen), ihren höchst unglücklichen Sohn loslassen und die Rückkehr ihrer Tochter verkraften. 

Ein Roman mit besonderen Menschen, eines meiner schönsten Leseerlebnisse in diesem Jahr (Pia Ziefle).


Bibliographie