Grandioses Kinderbuch!
Das wahrscheinlich schönste Kinderbuch dieser Saison, völlig ohne Worte. Wunderschöne Details, berührende Geschichte, tolle Botschaft. Unverkennbar mein persönliches Lieblingsbuch 2019. (Pia Ziefle)
Das wahrscheinlich schönste Kinderbuch dieser Saison, völlig ohne Worte. Wunderschöne Details, berührende Geschichte, tolle Botschaft. Unverkennbar mein persönliches Lieblingsbuch 2019. (Pia Ziefle)
Wisting sucht. Seit 24 Jahren wird eine Frau vermisst, seit 24 Jahren besucht der Ermittler am Jahrestag des Verschwindens den Ehemann. Bis auch dieser verschwindet. Und seine Fingerabdrücke auftauchen: bei einem anderen, weiter zurückliegenden Vermisstenfall. Der Auftakt zu einer neuen Krimireihe ist fast schon beruhigend komponiert.
Doppelmord, Kathedrale, historienträchtiger Schauplatz, tatverdächtige Zwillinge (einer in Haft, einer der ehemalige Polizeichef), dämmriges Erinnern an eine Doppelmordserie zwanzig Jahre zuvor ... erinnert an Ken Follett? Spielt in Vitoria - und ja, es ist wahnsinnig spannend, intensiv und sehr sehr atmosphärisch. Zum Glück kommt der zweite Band schon direkt im Oktober.
Charlotte ist schwanger und soll nach dem Willen der Mutter abtreiben - eigentlich aber sucht sie ihre Cousine, die in den Wirren des Weltkrieges verschwunden ist. Eve ist ihr einziger Kontakt - eine ehemalige Spionin, die mit der Pistole unter dem Kopfkissen schläft und Alkohol aus großen Bechern trinkt. Als der Name eines Mannes fällt, der mit beider Leben zu tun haben könnte, will Eve endgültig wissen, ob er sie verraten hat und ob er vielleicht noch anderen Frauen dasselbe angetan hat wie ihr.
"Das Freibad ist kein Loch im Boden voller Wasser, in dem zufällig ein paar Leute hin und wieder schwimmen gehen. Es ist etwas Größeres, es ist so groß, dass du, wenn du das nicht wahrnimmst, deine Augen nicht richtig benutzt."
Ein Wiener Detektiv aus Stuttgart mit asiatischen Wurzeln, der jegliches Asiatische ablehnt bekommt einen Fall geliefert, bei dem das Opfer möglicherweise mittels asiatischer Kampfkunst getötet wurde. - Schräg, wie nur ein begnadeter Schriftsteller aus Wien schreiben kann, der Strandungserfahrungen in Stuttgart hat.
Was macht man, wenn man Geld braucht - aber nachts keine Wohnung, weil man Nachtdienst hat auf einer Palliativstation? Man vermietet die Wohnung. Für nachts. An jemanden, die tagsüber arbeitet (sie lektoriert DIY-Bücher). Sie sehen einander nie, bis eines Tages eine Botschaft notwendig wird... Liebevoll, wahnsinnig ergreifend - toll.
Cheng macht Urlaub. Besser gesagt, entfernt er sich räumlich, um fernab von Wien auf andere Gedanken zu kommen. In der Bar seines mallorquinischen Hotels spricht ihn ein Mann an - Peter Polnitz, die Synchronstimme des englischen Weltstars Andrew Wake. Cheng und Polnitz unterhalten sich über Gott und die Welt, gehen aber ohne die Absicht auseinander, sich je wieder zu sehen. Ein Jahr später melden die Nachrichten, Polnitz sei wegen Mordes an Wake zu lebenslanger Haft verurteilt worden - und seine Tochter taucht in Chengs Büro auf: Sie überredet ihn, den Fall zu übernehmen und Polnitz' Unschuld zu beweisen. Am Ende kennt er Polnitz besser, als ihm lieb sein kann - und weiß endlich, was er mit dem Rest seines Lebens anstellen soll.
Dieser Mann weiß, wovon er spricht, das schwingt in jedem Satz. Allein der Titel ist eine Art Brühwürfel der Erkenntnis: lieber mit ein wenig Wasser aufgießen als ihn einfach so in den Mund zu stecken, weniger wahr wird er davon nämlich nicht.
Ganz selten hat man das: da passen Fall, Hauptfigur und Tonfall zusammen wie Tomatensoße auf Pizza. Klug, überraschend, exakt beobachtet... und am Ende der Geschichte schließt man diesen ewig gelangweilten, unterforderten, recht arroganten 16-jährigen, der mal eben die Polizei als blutige Anfänger vorführt, richtiggehend ins Herz.