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Brunnenstraße

Mit ganz wenigen Worten - und Wörtern - sind wir an der Seite von Andrea Sawatzki und ihrer Mutter, die ganze acht Jahre auf ihren Mann und den Vater ihres Kindes gewartet hatte. Allein das hat mich eine Weile lang beschäftigt. Wie wartet man da? Auf was wartet man? Wie malt man sich die gemeinsame Zeit aus, die da eines Tages kommen wird? Und wie hält man es aus, dass die gemeinsame Zeit erst anfangen kann, wenn ein Leben zuende ist, nämlich das der Vorgängerin, der aktuellen Ehefrau?
Das Paar kommt tatsächlich zusammen, und die Achtjährige bekommt ihren Vater - die Fallhöhe zwischen Erwartung und Realität könnte jedoch heftiger nicht sein. Der Vater erkrankt an einer rasch fortschreitenden Demenz und das Kind wird zu seiner Pflegerin, weil die Mutter nachts als Krankenschwester arbeitet und tagsüber schlafen muss. Würde ein erwachsener Mensch schon verzweifeln, ist es für die Tochter, die ihren Vater so sehr herbeigesehnt hat, als müsste sie ein Monster zähmen.
Eindringlichst schildert Andrea Sawatzki Szenen der Gewalt, der Verzweiflung und des Hoffens, denn zwischen allem will die Tochter glauben, dass der Vater sie auf irgendeine Weise doch geliebt hat und noch immer liebt. 
Beeindruckend, ohne jede Beschönigung, sehr klar und sehr eindringlich.  

 

Roman
Einband: gebundenes Buch
EAN: 9783492070539
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