Wie man weitermacht
Dreißig Jahre Ehe, und dann stirbt Rolf. Er war Arzt, hat seine Praxis noch rechtzeitig an Ida abgegeben, hat seine erwachsenen Kinder versorgt und die Enkel - nur Marlene, seine zweite Frau, bleibt sonderbar losgelöst von allem übrig.
Irrsinnig trocken und präzise beschreibt Susann Pasztor diese Marlene, ihren neuen Alltag, ihren Unwillen, ihre Beklemmungen... bis eines Tages etwas zu reparieren ist im Haus, und der Handwerker sich als ehemaliger Schüler von Marlene entpuppt. Der nicht nur sehr gut handwerkern kann, sondern offenbar auch kein Zuhause hat, und daher bei ihr einzieht, wunderbar kocht und ein Gefährte wird, wie man ihn sich nur wünschen kann. Nur leider wird dann die Ablehnung gegenüber ihrem eigenen Leben immer schwieriger, obwohl sie alles daran setzt, mindestens unbeteiligt und maximal allenfalls wütend zu sein.
Nach "Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster" ein neues sehr genaues Porträt, samt zarter neuer Liebe (nicht was Sie jetzt denken!) und wahnsinnig gutem Essen. Allein, was Jack an der Autobahnraststätte kocht ist mindestens einen Michelin-Stern wert.