Am Stück verschlungen
Die Regierung in London hat es geschafft, 5 Personen aus ihrer jeweiligen Zeit in die britische Gegenwart zu holen, gerettet vor dem unmittelbar bevorstehenden sicheren Tod in ihrer eigenen Zeit, damit sichergestellt ist, durch die "Entnahme" die Gegenwart nicht zu verändern. Zeitreisendinge sind kompliziert.
Kompliziert ist auch die Herkunftsgeschichte der Betreuerin, die Commander Graham Gore zugeteilt wurde. Sie hat kambodschanische Wurzeln, kennt die Fragen nach Identität und Herkunft, und bekommt nun die Aufgabe, einem führenden Expeditionsteilnehmer der Erebus unsere Gegenwart Stück für Stück nahezubringen, damit er sich möglichst gut assimilieren kann, angefangen bei modernen Toilettenspülungen hin zu spotify und den wesentlich komplexeren gesellschaftlichen Veränderungen, nicht unbedingt nur Verbesserungen, um das vorwegzunehmen.
Die Expedition der Erebus gab es tatsächlich, es ist eine der tragischsten Arktis-Expeditionsgeschichten, die keiner der Teilnehmer damals überlebt hat. Ebenfalls historisch verbrieft ist die Person des Graham Gore.
Es ist ein kluges, schnelles, unerwartetes Abenteuer, in das uns Kaleida Bradley hier schickt, die übrigens selbst kambodschanisch-britischen Hintergrund hat und sehr genau weiß, worüber sie schreibt: mich hat sie restlos begeistert.